Unterschiede im Jüngerkreis

Eine Bibelarbeit für den Mitarbeiterkreis oder junge Erwachsene.

Kurzbeschreibung
Wir sind alle verschieden und können doch irgendwie zusammen leben und müssen miteinander auskommen. Wie können wir es lernen Unterschiede als fruchtbar und nicht als trennend zu empfinden. Am Beispiel des Jüngerkreises wollen wir uns auf den Weg machen!

Alter
ab 16 Jahren

Gruppengröße
ab 5 Personen

Ziel
Die Gruppe soll anhand des Jüngerkreises Vorteile und Herausforderungen, die Unterschiede mit sich bringen, erkennen und diese positiv in Bezug zu ihrer eigenen Jugendarbeit setzen.

Vorbereitungszeit
30 Minuten

Dauer der Durchführung
60 Minuten

benötigtes Material
Kopierte Arbeitsblätter, Bibeln, Stifte

Beschreibung

Überlegungen in der Vorbereitung:

Der Entwurf bietet verschiedene Ideen zur Herangehensweise des Themas „Unterschiede im Jüngerkreis“. Dazu ist es notwendig bei den einzelnen Elementen den jeweiligen Mitarbeiterkreis vor Augen zu haben. Ist der  Mitarbeiterkreis eine homogene Gruppe, sollte der Abend gerade auf diese Tatsache kritisch hinlenken. Ist er sehr bunt zusammen gewürfelt sollte der Kreis darin seine Stärken, aber auch die Herausforderung der Zusammensetzung erkennen.

Einstieg:

Lesen von Markus 3, 13 – 19

Für einen lockeren Einstieg eignet sich ein Quiz um den Jüngerkreis. Je nach Bibelkenntnissen kann es abgeändert werden. Die Regeln sind flexibel (auf Schnelligkeit, mit Einsatz von Punkten etc). Evtl. können  Bibeln als Hilfsmittel bereit gestellt werden. Es sollte in Gruppen gespielt werden, um den Spaßfaktor zu erhöhen und Unkundige nicht bloß zu stellen. Einige Quizfragen zur Auswahl:

  • Wer schlug bei Jesu Festnahme einem Soldaten das Ohr ab? Petrus
  • Wer gehörte einer radikal-politischen Gruppierung an? Simon Kananäus/Judas Zelotes
  • Was war Matthäus/Levi von Beruf? Zöllner
  • Wie lautete der Geburtsname des Petrus? Simon
  • Nennt ein Brüderpaar! Johannes und Jakobus, Andreas und Petrus
  • Was war das Ziel der Zelotenpartei? Befreiung Israels (mit Gewalt) von der römischen Besetzung
  • Wer wurde der „Zwilling“ genannt? Thomas
  • Beschreibt in kurzen Sätzen den Stand der Zöllner! Sie waren von Juden verhasst, weil sie den Zoll  für die Römer eintrieben und täglich Umgang mit Heiden hatten. Meist waren sie korrupt und daher sehr reich.
  • Wer lag beim letzten Abendmahl zur Brust Jesu? Johannes
  • Wer verriet Jesus?  Judas Iskariot
  • Nennt sechs der zwölf Jünger!  Petrus, Andreas, Jakobus, Johannes, Philippus, Bartholomäus, Matthäus/Levi, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus Lebbäus, Simon Kananäus (der Zelot), Judas Iskariot
  • Wessen Jünger waren Petrus und Andreas bevor sie Jesus folgten? Johannes, des Täufers

Ein Gedanke zum Einstieg:

Unterschiede fallen oft erst im Vergleich auf:
– Erst wenn ich einen Menschen sehe, der seine Zunge rollen kann, weiß ich, dass ich anders bin, weil ich meine nicht rollen kann.
– Erst wenn wir in der Familie über Finanzen diskutieren, stelle ich fest, dass ich meinen Geschwistern gegenüber reich bin.
– Erst im Vergleich mit andern Gitarristen, merke ich, dass ich ganz schön gut Gitarre spielen kann.

=> Beim Thema „Unterschiede“ kommt es immer auf die Perspektive an!

Gruppenarbeit:

An Pfingsten erscheinen uns die Jünger als Einheit und sie strahlen im Licht des einen Heiligen Geistes. Schauen wir uns nun vier Jünger etwas intensiver an…

Der Kreis wird in vier Gruppen aufgeteilt. Je nach Gruppengröße kann auch ein Jünger entfallen. Jede Gruppe bekommt Kurzbeschreibungen der folgenden Jünger. Sie sollen sich ihren jeweiligen Jünger genau anschauen und eventuell noch mehr Informationen sammeln(mit Hilfe von Bibelkommentaren, Konkordanzen, Internet oder Bibel). Sie sollen sich in den Jünger hinein versetzen und zu verschiedenen Situationen mögliche Gedanken des Jüngers aufschreiben.

Mögliche Situationen:

  • Die Frage nach der kaiserlichen Steuer Mt 22, 15ff
  • Von den wahren Verwandten Jesu Mk 3, 31ff
  • Die Tempelreinigung Mk 11, 13ff

Simon Kananäus/Judas Zelotes:
Bekannt als Rebell von der Partei der Zeloten war er ein Mann mit sehr starkem Nationalgefühl.  Er wollte die Römer, wenn es sein muss mit Gewalt, vertreiben und konnte daher auch Zöllner nicht leiden, weil sie für die Römer arbeiteten. Welche Erwartungen hatte er wohl an Jesus? Wo wird er seine Schwerpunkte in der Mission und in der Gemeinschaft mit Jesus gehabt haben?

Simon Petrus:
Er war Fischer am See Genezareth und hatte Frau und Kinder. Er hatte ein Haus in Kapernaum und war früher Jünger von Johannes dem Täufer, der als absoluter Freak in Israel galt, allerdings sehr konservativ nach den Schriften der Juden predigte. Außerdem war er der vorlaute Anführer mit außerordentlichen Leitungskompetenzen, direkt und ehrlich, energisch und begeisterungsfähig. Wie sah wohl seine Beziehung zu Jesus aus? Wie war sein Umgang mit Menschen und auf was legte er Wert in der Mission?

Matthäus hebr. Levi:
Als Zöllner arbeitete er für die Römer. Aufgrund des täglichen Umgangs mit Heiden,  wurde er gemobbt und gehasst von Juden. Er wurde in Kapernaum von Jesus entdeckt und in eine Gemeinschaft aufgenommen, wie er sie wahrscheinlich noch nie zuvor erlebt hatte.  Er hatte zwar Geld und Reichtum, doch keine Freunde. Wie wird er Jesus wahr genommen haben? Was hat er von ihm und der Jüngergemeinschaft erwartet?

Johannes:
Wegen seines Übereifers nannte Jesus ihn mit seinem Bruder Jakobus die „Donnersöhne“. Er war Fischer und nennt sich selbst „Der Jünger, den Jesus lieb hatte“. Er bezeichnet Gott selbst als die Liebe. Er ist der Jüngste der Runde und gehört zum engeren Kreis der drei Jünger, die z.B. Jesu Verklärung erleben. Wie wird er Jesus wahr genommen haben? Wie war seine Beziehung zu ihm und wie hat er ihn verkündigt?

Im Plenum …

…stellen sich die einzelnen Jünger vor. Hier kann ein Rollenspiel durchgeführt werden. Sicher gab es oft Diskussionen und Streitereien, gerade, wenn man über drei Jahre so eng zusammen lebte. Dennoch scheinen die Unterschiede im Jüngerkreis der Einheit an Pfingsten und der gemeinsamen Aufgabe nicht im Weg zu stehen.

Zur Diskussion: Wie schafft ein Kreis das? Trotz oder gerade wegen(?) der Unterschiede für eine so große Aufgabe zu kämpfen?

Methodenvorschläge zur Vertiefung:

Stille Diskussion „Unterschiede, über die wir stolpern“/ „Unterschiede, die uns ergänzen“

Erarbeitung in zwei Gruppen „Bei welchen Themen in unserer Jugendarbeit a)haben Unterschiede Vorrang und sind wichtig b) sollten wir über Unterschiede hinweg sehen?“

Partnerarbeit Zu zweit sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgeschrieben werden

Viele Unterschiede fallen erst in der Gemeinschaft auf. Deswegen ist Gemeinschaft so bereichernd und wichtig für den Menschen. Erst in der Gemeinschaft mit anderen wird die Einzigartigkeit des Menschen sichtbar.

Die Jünger sind nicht um ihretwillen oder um der Gemeinschaft willen beisammen. Sie bekommen einen Auftrag, für den sie in der Gemeinschaft gerüstet werden.

Abschließende Fragen zum Gruppengespräch oder zur Andacht:

Was ist unser gemeinsamer Auftrag? Wer kann sich wo und wie einbringen? Wo müssen noch Aufgaben gefunden werden für Menschen?

Wir schließen mit einer Gebetsgemeinschaft ab.

Autorin
Damaris Seidel

Bildrechte: (WELS World Missions Clipart, CCL)

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