Ein Sterndeuter erzählt …

Alle Jahre wieder: die Weihnachtsgeschichte. Aber wie erzählt man diese Geschichte, die doch eigentlich schon jeder kennt? Zum Beispiel in vier Teilen aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht eines Steuerbeamten, eines Gastwirtes, eines Hirten und eines Wissenschaftlers. Im dritten Teil wird die Weihnachtsgeschichte aus Sicht eines Sterndeuters erzählt. Die Geschichte ist geeignet für Kinder ab 6 Jahren.

Huch, wo kommt ihr den her? Ich habe euch gar nicht kommen gehört. Wahrscheinlich war ich mal wieder völlig vertieft in meine Arbeit. Ich bin Sterndeuter und mein Name ist Balthasar. Meine Aufgabe ist es den Nachthimmel nach neuen Sternen und Sternbilder abzusuchen. Mit meinem neuen Fernrohr habe ich gerade wieder viele neue Sterne am Himmel entdeckt. Auf einer Sternkarte zeichne ich diese Sterne ein. Das ist ganz ähnlich, wie wenn auf einer Landkarte eine Stadt eingezeichnet wird. Es ist unglaublich wie viele verschiedene Sterne es gibt. Und wenn man den Sternenhimmel genauer betrachtet erkennt man zwischen den Sternen spannende Muster. Es gibt zum Beispiel einige Sterne, die zusammen wie ein Krebs aussehen. Andere Sterne ergeben zusammen einen Bären. Und selbst Zwillinge kann man in den Sternen erkennen. Wollen wir doch mal sehen ob ihr auch gute Sterndeuter seit. Wer erkennt auf einer dieser Sternkarte ein Sternbild? (Karten mit Sternbildern austeilen)

Sterne sind wirklich sehr faszinierend. Erst vor kurzem habe ich zusammen mit meinen Kollegen Kaspar und Melchior eine spannende Geschichte erlebt. Wie jede Nacht betrachteten wir gemeinsam den Sternenhimmel durch unser Fernrohr. Plötzlich tauchte ein neuer Stern am Himmel auf. Das war aber kein gewöhnlicher Stern. Der Stern leuchtete unglaublich hell. Wir konnten uns das nicht erklären. Daher haben wir in unseren Büchern nach einer Antwort gesucht. Aber auch dort war ein solcher Stern nicht beschrieben. Der Stern musste etwas besonderes zu bedeuten haben. Aber was konnte das sein. Melchior hatte eine Idee: ein besonderer Stern kündigt sicher einen besonderen Menschen an. Das kann doch nur heißen, dass ein neuer König geboren wurde. Das hörte sich logisch an. Doch wenn irgendwo ein neuer König geboren worden war, dann mussten wir diesen natürlich besuchen. Schnell machten wir uns daher auf den Weg passende Geschenke zu kaufen. Das durften natürlich keine 0-8-15-Geschenke sein. Für einen König waren die wertvollsten Geschenke gerade gut genug. Nachdem wir die Geschenke gekauft hatten standen wir vor dem nächsten Rätsel. Wie sollten wir diesen neuen König finden? War irgendwo am Sternenhimmel ein Hinweis auf den Geburtsort versteckt? Wir suchten und suchten und unseren Augen waren vom vielen durchs Fernrohr schauen schon ganz müde. Da viel mir etwas auf. Der helle Stern bewegte sich. Er bewegte sich ganz klar in eine Richtung.

Da gab es für uns kein Halten mehr. Schnell sattelten wir unsere Pferde und machten uns auf den Weg. Es war nicht schwer den Weg zu finden. Wir mussten einfach nur dem Stern folgen. So waren wir eine ganze Weile unterwegs. Melchior war von der anstrengenden Reise schon ganz müde und schlief immer wieder kurz ein. Allmählich wurde der Stern immer langsamer. In weiter Ferne sahen wir den Palast von König Herodes auftauchen. Natürlich mussten wir dort einen kurzen Zwischenstopp einlegen und König Herodes von unserer unglaublichen Entdeckung berichten. König Herodes war allerdings gar nicht erfreut über die neuen Nachrichten. Ein Stern, der den Weg zu einem neugeborenen König wies gefiel ihm überhaupt nicht. Schließlich war Herodes König und es gefiel ihm gar nicht, dass irgendwo ein neuer König geboren wurde. Daher befahl König Herodes Kaspar, Melchior und mir auf dem Rückweg wieder bei ihm im Palast vorbeizukommen und genauen Bericht zu erstatten. So machten wir uns weiter auf den Weg und folgte wieder dem Stern.

Plötzlich blieb der Stern stehen. Wir konnten es gar nicht glauben. Weit und breit war kein großes Haus oder ein Palast zu sehen. Erst dachten wir, dass der Stern uns nun doch nicht zum neugeborenen König geführt hatte. Doch der Stern leuchtete immer stärker und stand genau über einem Stall. Endlich hatten wir verstanden. Der neue König lag dort in diesem Stall. Seltsamer Ort für einen König und einen Neugeborenen, aber wir öffneten die Stalltüre. Drinnen sahen wir einen Mann, eine Frau und ein neugeborenes Baby. Das Baby war bezaubernd. Man merkte ihm an, dass es ein ganz besonderes Neugeborenes war. Kaspar, Melchior und ich knieten uns vor dem Kind nieder und zeigten so unsere Hingabe. Danach übergaben wir noch unsere Geschenke. Die wertvollen Geschenke in einem ärmlichen Stall waren ein seltsamer Anblick. Glücklich und zufrieden machten wir uns anschließend auf den Heimweg.

Eigentlich wollten wir auf dem Rückweg bei König Herodes einen Halt machen um ihm genau von dem Neugeborenen im Stall zu berichten. Doch im Traum sprach Gott zu mir und sagte, dass wir König Herodes nichts über den neugeborenen König erzählen sollten. Und so machten wir und direkt auf den Heimweg. Schon unglaublich, was man mit einem Stern erleben kann!

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