Ein Gastwirt erzählt …

Alle Jahre wieder: die Weihnachtsgeschichte. Aber wie erzählt man diese Geschichte, die doch eigentlich schon jeder kennt? Zum Beispiel in vier Teilen aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht eines Steuerbeamten, eines Gastwirtes, eines Hirten und eines Wissenschaftlers. Im zweitenTeil wird die Weihnachtsgeschichte aus Sicht eines Gastwirts erzählt. Die Geschichte ist geeignet für Kinder ab 6 Jahren.

Leute, Leute, ich muss erst mal verschnaufen, so ein Stress zur Zeit, ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Also jetzt mal von vorne: Ich bin die Wirtin vom Gasthof zum „Wilden Ochsen“. Der „Wilde Ochsen“ war hier in Bethlehem einmal ein echt gutes Haus. Ich habe vierzig Fremdenzimmer und mein Mann hat richtig gut gekocht. Jetzt ist mein Mann krank und kann nicht mehr in der Küche stehen, das Haus ist renovierungsbedürftig, aber dafür fehlt das Geld. Natürlich kommen jetzt auch kaum noch Gäste. Na ja hier in der Gegend ist es eh schwierig mit Gästen. So viele Händler kommen nicht nach Bethlehem und kaum jemand hat hier geschäftlich zu tun. Wir haben hier zwar eine wunderschöne Landschaft aber deshalb kommt ja niemand zum Übernachten. Wenn die Leute freie Zeit hätten und nur so zum Spaß reisen würden oder um sich zu erholen, aber das kann sich ja niemand leisten. Das wären dann ja Ferien, so was macht ja niemand. Eigentlich schade. Es gibt hier herrliche Wiesen mit Schafherden, das Wetter ist auch immer super und schön warm.

Aber stellt euch vor, was jetzt passiert ist. Der Kaiser hat eine Volkszählung beschlossen. Jeder muss in die Stadt, in der er geboren wurde. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein Durcheinander gegeben hat. Ist ja auch eine komplett verrückte Idee. Aber wenn es der Kaiser befiehlt, was soll man machen. Für mich ist das allerdings ein Glücksfall. Ich bin hier geboren d.h ich muss nicht in eine andere Stadt. Und die Stadt ist voll von Menschen und die brauchen natürlich eine Unterkunft. Und deshalb ist sogar mein Haus komplett ausgebucht. Das war ein Chaos, kann ich euch sagen. Die Leute kommen alle in ihrem Geburtsort an und müssen dann eine Unterkunft suchen. Wie soll man es auch anders machen. Vorher reservieren konnte man nicht, da hätte man ja einen Boten schicken müssen, das hätte viel zu lange gedauert. Da müsste man etwas erfinden, dass man über Entfernungen miteinander sprechen kann also sozusagen ein Ferngespräch wie mit einem Megaphon. Das müsste dann ja Telefon heißen. Na ja, ich spinne nur so vor mich hin, das könnt ihr gleich wieder vergessen, war eine verrückte Idee. So etwas kann ja nicht gehen, oder ?

Ja jedenfalls , als alle Zimmer voll belegt waren, da kam noch ein Mann mit einer hochschwangeren Frau, die auch ein Zimmer suchten. Aber was sollte ich machen, voll ist voll. Die Beiden taten mir ja schon leid, ich glaube, das Kind kommt bald. Aber ich habe sie halt weggeschickt, was kann ich dafür, wenn die so spät kommen und ich kein freies Plätzchen mehr habe. Wenn ich es mir so in Ruhe jetzt überlege, war das nicht richtig. Natürlich kamen sie spät aber sie hatten wohl einen langen Weg und die Frau kann mit ihrem Bauch ja auch nicht mehr so schnell und lange laufen. Ich möchte ja auch nicht, dass dem Baby etwas passiert, falls es heute Nacht kommen sollte braucht es doch einen sicheren Ort. Und nach Regen sieht es gerade auch aus.

Und noch etwas fällt mir jetzt ein, wo ich euch die ganze Geschichte so erzähle: An der Frau war irgendetwas Besonderes. Ich kann es gar nicht so gut beschreiben. Sie war so freundlich und gütig und verständnisvoll, obwohl sie doch wirklich genug Sorgen hatte. Ich bin richtig froh, dass ich jetzt eine Verschnaufpause gemacht habe um euch die Geschichte zu erzählen. So konnte ich noch einmal kurz darüber nachdenken und ich glaube ich habe eine Lösung. Eine Freundin von mir hat einen Stall, da stehen gerade nur ein Ochse und ein Esel darin. Das bedeutet es hat Platz, es ist trocken und ruhig. Ist zwar nicht besonders komfortabel, aber ich könnte ja für Essen sorgen. Also das ist glaub ich die Lösung. Leute, ich muss los, ich muss meine Freundin fragen und das junge Paar suchen. Ich hoffe, ich finde die beiden, aber sie können ja nur die Straße entlang weiter gelaufen sein. Ich freue mich schon so, den beiden behilflich sein zu können und ich bin gespannt, wie die Geschichte mit dem Baby ausgeht. Glaubt mir, irgendetwas an der Frau war wirklich ganz außergewöhnlich und ich glaube, es hat etwas mit dem Baby zu tun. Ich muss los, Tschüß

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